Zünde dein Leuchtfeuer an!
Über der zentralanatolischen Stadt Konya hängen Nebelschwaden. Am Horizont sind die schneebedeckten Gipfel des Taurusgebirges zu erkennen. Jemand fegt mit einem Reisigbesen Blätter vom Bürgersteig. Die Geschäfte sind noch geschlossen, bis auf einen Juwelier, der seinen Blick über die Straße wandern lässt. Meditative Rohrflötenmusik tönt aus dem Inneren seines Ladens. Ein paar Schritte weiter steht das Mausoleum mit dem spitz zulaufenden türkisen Dom, für das Konya weltberühmt ist. Hier liegt Dschalaluddin Rumi begraben, der große Poet und islamische Mystiker aus dem 13. Jahrhundert, dessen Todestag jedes Jahr im Dezember gefeiert wird. In der Tradition der Mevlevi-Sufis, deren spirituelle Praxis auf den Lehren Rumis beruht, wird der Todestag scheb-i arus oder »Hochzeitsnacht« genannt. Dahinter steht der Gedanke, dass Rumi nach dem Zurücklassen des Körpers eine mystische Heirat mit Gott einging – der Tod wird hier nicht als Ende verstanden, sondern als Fest der Vereinigung mit dem Schöpfer. Seit den 1920er-Jahren trägt Rumis Mausoleum den Namen »Mevlana-Museum« – Mevlana bedeutet so viel wie »unser Meister« und wird als Ehrentitel auf Türkisch, Persisch und Arabisch verwendet.
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