Berge: Wo die Götter wohnen
Der Himmel ist anders, oben in den Bergen. Und ameisenklein der Alltag irgendwo dort unten. Dass Berge bestiegen, besucht, genossen, bewundert, vermarktet und bezwungen werden, das ist bei uns erst seit rund zweihundert Jahren der Fall. Seit der romantische Blick das Besondere an ihnen sichtbar gemacht hat, seit der Mensch sich dadurch im Spiegel der Bergwelt neu zu entdecken gelernt hat.
Gleichzeitig aber ist das Bewusstsein dafür, dass man dem Himmel dort näher ist und der Blick auf das Leben oben am Gipfel neu werden kann, so alt wie die menschliche Kultur. Die Berge sind seit alters der Sitz der Götter. Alle Kulturen der Welt kennen heilige Berge. Manche von ihnen dürfen bis heute nicht betreten und nicht überflogen werden, der Ehre der Götter wegen.
Die Berge sind eine Welt des »ganz Anderen« – und der Mensch wird ganz anders, wenn er in den Bergen unterwegs ist. Davon erzählen die Geschichten und Gespräche in diesem EXTRA. Wer in die Berge aufbricht, braucht einen langen Atem und gute Schuhe – und wer losgegangen ist, spürt, wie sich das Lebensgefühl verändert. Die Berge prägen das Leben auch im Tal – und viele Familien in Bayern können sich nicht vorstellen, jemals den Bannkreis der Berge zu verlassen und hinaus ins Flachland zu ziehen.
Der weltberühmten Extrembergsteiger Reinhold Messner wird in diesem EXTRA unter anderem nach seinen Erfahrungen in der Todeszone befragt. Reinhold Messner antwortet: »Die Rückkehr ist wie eine Wiedergeburt. Auch weil ich weiß: Ich lebe noch. Das Entscheidende ist die Erkenntnis, dass das nackte Leben das Wichtigste ist, was wir haben – alles andere ist nur Beiwerk.«
Auch der blinde Bergsportler Andy Holzer erzählt in diesem EXTRA von seinen spirituellen Erfahrungen auf den Gipfeln dieser Welt. Wie ist das möglich, die höchsten Berge zu besteigen – ohne Augenlicht? Andy Holzer sagt, der Wind, der Geruch, sein Tastsinn, die Ohren verraten ihm, wo es langgeht. Kurz vor unserem EXTRA-Gespräch war Andy Holzer gerade noch eine 1500 Meter lange Firnflanke »runtergeflitzt«.
Und dann gibt es noch die explizit heiligen Berge, in Irland genauso wie im Himalaya. Was lässt sich dort oben erleben? Welche Pilger sind unterwegs? Und welche Hoffnungen haben sie im Gepäck? Übrigens: Auch die großen Gestalten der Weltreligionen waren Bergsteiger, Jesus genauso wie Buddha. Und auch sie haben ihre besonderen Erfahrungen mit ins Tal gebracht.
Berge sind Kreuzungspunkte von Himmel und Erde. Das Gipfelkreuz ist das beste Symbol dafür. Dieses EXTRA ist eine Wanderung durch Berg- und Gipfelerfahrungen und es spürt den intensiven Erlebnissen dieser gewaltigen Grenzregion nach.
