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Das Lächeln des Schmerzes

Erst der Tsunami, dann das atomare Desaster: Ein Merkmal des japanischen Lebens ist es, den wahren Herzenszustand auch in der größten Katastrophe zu verbergen
von Ursula Richter vom 24.03.2011
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Als am 11. März, Freitag, kurz vor acht Uhr das Telefon klingelte, saß ich gerade gemütlich beim Frühstück. So früh, dachte ich, kann es nur ein Anruf aus Japan oder China sein. Ich tippte auf Japan, denn seit ich meinen Besuch für Mai und Juni angekündigt hatte, riefen immer wieder Freunde an, um mir zu sagen, wie sehr sie sich über ein baldiges Wiedersehen freuen. Ganz meinerseits, antwortete ich dann fröhlich und eilte auch jetzt erwartungsvoll zum Telefon. Der Anrufer war jedoch ein Freund aus München. »Hast du die Nachrichten gehört?«, fragte er aufgeregt. Nein, ich hatte noch keine Nachrichten gehört. »Was ist los?«, wollte ich wissen. »Es geht um Japan«, sagte er, »ein schreckliches Erdbeben hat sich ereignet, Stärke 8,9, kannst du dir das vorstellen?« Nein, das konnte ich mir nicht vorstellen, weil wir in den zehn Jahren, die mein Mann und ich in Japan gelebt haben, zwar unzählige Erdbeben erlebt hatten, doch keines war stärker als 7,2 und das war am Rande unserer psychischen Belastbarkeit damals, eine wahrlich traumatische Erfahrung.

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Schlagwort: Japan
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