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Tierethik
Das Tier und wir

Die einen legen unbekümmert Fleisch auf den Grill, die nächsten beruhigen ihr Gewissen mit »Tierwohl«-Siegeln, wieder andere wollen Tiere in die Parlamente bringen: Die Debatte darum, wie Menschen mit Tieren umgehen, bewegt die Gemüter. Sachen sind sie nicht, aber sollten sie als Personen behandelt werden? Hilal Sezgin stellt aktuelle Entwicklungen in der Tierethik vor – mit überraschenden Wendungen
von Hilal Sezgin vom 28.07.2021
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Der Maler Hartmut Kiewert, geboren 1980, beschäftigt sich aus herrschaftskritischer Perspektive mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Zum heutigen gesellschaftlichen Umgang mit Tieren zeigt er Gegenbilder: Schweine, Kühe und Hühner sind aus Mastanlagen und Schlachthöfen befreit. Die Tierindustrie ist ruiniert. Menschen und andere Tiere begegnen sich gleichberechtigt in Parks und Straßen. Auch wenn manche der Bilder an biblische Paradiesvorstellungen erinnern, hält Kiewert die Verwirklichung der Utopie im Hier und Jetzt für möglich. Er glaubt weder an ein Jenseits noch an höhere Mächte, aber daran, dass Menschen sich auch jenseits von Markt, Staat, Patriarchat und Tierausbeutung organisieren können. www. hartmutkiewert.de (Gemäldeauschnitt: »Hügel« (2019) von_Hartmut Kiewert, Öl auf Leinwand, 250x380cm
Der Maler Hartmut Kiewert, geboren 1980, beschäftigt sich aus herrschaftskritischer Perspektive mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Zum heutigen gesellschaftlichen Umgang mit Tieren zeigt er Gegenbilder: Schweine, Kühe und Hühner sind aus Mastanlagen und Schlachthöfen befreit. Die Tierindustrie ist ruiniert. Menschen und andere Tiere begegnen sich gleichberechtigt in Parks und Straßen. Auch wenn manche der Bilder an biblische Paradiesvorstellungen erinnern, hält Kiewert die Verwirklichung der Utopie im Hier und Jetzt für möglich. Er glaubt weder an ein Jenseits noch an höhere Mächte, aber daran, dass Menschen sich auch jenseits von Markt, Staat, Patriarchat und Tierausbeutung organisieren können. www. hartmutkiewert.de (Gemäldeauschnitt: »Hügel« (2019) von_Hartmut Kiewert, Öl auf Leinwand, 250x380cm

Das Unbehagen, wie wir Menschen mit Tieren verfahren, lässt unsere Gesellschaft nicht los. Tierethische Überlegungen – also das Nachdenken darüber, wie wir uns den Tieren gegenüber verhalten sollen oder dürfen – sind längst in die Massenmedien, in politische Debatten und Alltagsgespräche eingewandert. Auffallend sind derzeit die vielen Versuche, über Kriterienkataloge und Zertifikate mehr »Tierwohl« in die Ställe zu bringen. Um dem zivilisierten Gewissen das massenhafte Töten irgendwie bekömmlicher zu machen, werden »schonende« und »humane« Tötungsmethoden diskutiert. Wie ein letztes Tabu bleibt dabei die Auffassung bestehen, dass der Mensch das Recht besitze, andere Tiere nach Belieben und zum eigenen Genuss zu nutzen und zu töten.

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