Edvard Munch und die Angst
Der Angst ins Gesicht sehen
Kaum ein Kunstwerk sitzt so tief im kulturellen Gedächtnis wie Edvard Munchs »Der Schrei«: Eine Figur mit aufgerissenen Augen am Abgrund der Welt, Verkörperung purer Panik. In sein Tagebuch notierte der norwegische Künstler, was ihn inspiriert hatte: »Ich ging mit zwei Freunden die Straße entlang – die Sonne ging unter – ich fühlte einen Hauch von Wehmut. Der Himmel färbte sich plötzlich blutig rot – ich blieb stehen, lehnte mich todmüde gegen einen Zaun – sah die flammenden Wolken wie Blut und Schwerter – den blauschwarzen Fjord und die Stadt. Meine Freunde gingen weiter – ich stand da, zitternd vor Angst und ich fühlte, wie ein langer, unendlicher Schrei durch die Natur ging.«
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden

