Kirchliche Internate
Die toten Kinder und der Roman der Stunde
Es sind erschütternde Tage für Michelle Good in Kamloops. In einem Massengrab in ihrer Stadt im Westen Kanadas wurden soeben 215 Kinderleichen entdeckt. Das Grab befand sich auf dem Gelände der Kamloops Indian Residential School, einem der kirchlichen Internate, in denen Kinder nordamerikanischer Ureinwohner bis zum Ende des 20. Jahrhunderts zwangsweise unterrichtet wurden, vorgeblich, um sie zu »echten Kanadiern« zu erziehen. Viele dieser Mädchen und Jungen starben an Hunger, an katastrophalen Hygienebedingungen, an Tuberkulose oder Gewalt. Ihre Eltern wurden nicht über den Tod informiert und erfuhren nie, wo die Kinder geblieben waren.
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