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Kolumne von Peter Otten
Fastenzeit ist doof

Der Beginn der Fastenzeit ist für unseren Kolumnisten Peter Otten jedes Jahr schwierig. Das hat mit seiner Kindheit zu tun: Die religiöse Leichtigkeit wich dem Gefühl, man sei dem lieben Gott etwas schuldig.
vom 02.03.2026
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Die Fastenzeit war für unseren Kolumnisten in seiner Kindheit so kratzig, wie die abgelegten Pullover seiner Cousins. Warum sollte das Leben noch schwerer sein, als ohnehin schon? (Zeichnung: istock by Getty / ekapanova)
Die Fastenzeit war für unseren Kolumnisten in seiner Kindheit so kratzig, wie die abgelegten Pullover seiner Cousins. Warum sollte das Leben noch schwerer sein, als ohnehin schon? (Zeichnung: istock by Getty / ekapanova)

Als ich Kind war, brachte meine Tante bei ihren Besuchen Plastiktüten mit. Darin: abgelegte Kleidungsstücke ihrer Kinder. Die waren deutlich älter als meine Brüder und ich und deswegen längst aus den Klamotten herausgewachsen. Ich versuchte wirklich, dankbar zu sein. Aber mein Herz rutschte unverzüglich in den Keller, als ich all die Schlaghosen sah. Schlaghosen! War nicht gerade die Zeit, in der pubertierende Jugendliche ihre Hosen möglichst eng tragen wollten und dafür sogar mit Jeans in die Badewanne stiegen? Da sollten wir Hosen anziehen, die aussahen wie eine Mischung aus Jeans und Vorhängen? Mein Rücken juckte schon beim Anblick der kratzigen Pullover, die sich auf dem Tisch stapelten, alle noch »gut in Schuss«, wie meine Tante und meine Mutter bewundernd feststellten, als sie mit den Fingern über die Wolle strichen, als seien die Pullover treue Haustiere. Das Gefühl, dass ich damals hatte, beschleicht mich jedes Jahr am Aschermittwoch. Darf man die Fastenzeit doof finden?

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