Das Einhorn in der Kunst
Faszination Einhorn
Niemand hat je eines gesehen, doch wie ein Einhorn aussieht, weiß jedes Kind. Es ziert Schulranzen, T-Shirts, Brotdosen. Die Ausstellung »Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst« im Museum Barberini zeigt auf 1200 Quadratmetern, dass diese Faszination uralt ist und über die Jahrhunderte stets mit neuen Projektionen aufgeladen wurde. Der Einhornmythos hat seinen Ursprung in Indien, verbreitete sich in China und kam über Persien und Ägypten nach Europa. Lange gab es keinen Zweifel an der Existenz des Einhorns, wo es doch achtmal in der Bibel erwähnt ist und von antiken Autoren beschrieben wurde: Laut Plinius hat es einen Pferdekörper, einen Hirschkopf, Elefantenbeine und einen Eberschwanz. Kleiner, ziegenbockähnlich, mit gespaltenen Klauen schildert es der »Physiologus«, eine frühchristliche Tierkunde. Dass das ursprünglich als wild und gefährlich charakterisierte Einhorn friedfertiger wurde, geht auf den Physiologus zurück. Dort wird beschrieben, wie man ein Einhorn fängt: Man drapiert eine Jungfrau auf seinem Weg, ihr springt das Tier in den Schoß, wo es zur Ruhe kommt. Das Einhorn wird mit Christus identifiziert, die Jungfrau mit Maria. Das Motiv »Frau mit Einhorn« ist in zahlreichen Variationen bis heute eines der beliebtesten. Das Einhorn wurde zu einem Symbol der Keuschheit, stand aber aufgrund seiner Wildheit auch für ungezügelte Leidenschaft.
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