Fremde Eltern
von
Eric Breitinger
vom 28.04.2017
Tausend Fragen: Adoptierte grübeln oft lange über ihre Herkunft und die Gründe, warum sie weggegeben wurden (Foto: shutterstock)
Seine lange Nase passt nicht in sein rundliches Gesicht. Das ist mein erster Gedanke, als er mich am Bahnsteig begrüßt. Er ist eher untersetzt, ein Mann um die Fünfzig mit roten Backen und flinken Augen. Ich bin einen Kopf größer als er, 23 Jahre alt und habe lange Haare. Es ist das erste Mal, dass ich meinem leiblichen Vater gegenüberstehe.
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Eric Breitinger, geboren 1962 in Karlsruhe, kam als fast Dreijähriger zu seinen Adoptiveltern. Er studierte Geschichte und Germanistik und wurde Journalist. Für sein Buch »Vertraute Fremdheit«, in dem er 2011 die Lebenssituation von Adoptierten beleuchtete, erhielt er den Medienpreis der Deutschen Kinder- und Jugendhilfe. In einer aktualisierten Taschenbuchausgabe ist es jetzt unter dem Titel »Adoptiert« erneut erschienen. Breitinger lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in der Schweiz und arbeitet bei einem Konsumentenmagazin. In diesem Beitrag schreibt er zum ersten Mal auch über die eigene Begegnung mit seinem leiblichen Vater.

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