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Documenta
Die Kunst und das Paradies

Die Documenta 15 wird von einem Antisemitismusskandal überschattet, die Kuratoren wollen nicht kuratieren, Aktivismus ist wichtiger als Kunst und Deutschland ergötzt sich an der Fremdheit des globalen Südens. Trotzdem kann man die ein oder andere Erkenntnis finden - wenn man weiß, wo man suchen muss.
von Anne Strotmann vom 06.07.2022
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Oase der Ruhe im Documenta-Trubel: Die Künstlerin Birthe Blauth gestaltete in der Elisabethkirche die partizipative Installation »My Precious Pearl from Paradise« (Foto: Anne Strotmann)
Oase der Ruhe im Documenta-Trubel: Die Künstlerin Birthe Blauth gestaltete in der Elisabethkirche die partizipative Installation »My Precious Pearl from Paradise« (Foto: Anne Strotmann)

Ein Kunstwerk, das nicht mehr zu sehen ist, überschattet in Kassel die Weltkunstausstellung Documenta. Am Dienstag verhängt noch schwarzer Stoff das riesige Gemälde auf dem Friedrichsplatz in Kassel, die Documenta-Verantwortlichen nannten es ein trauriges Mahnmal für die »Unmöglichkeit des Dialogs«. Am Mittwoch ist es abgebaut. Das leere Gerüst wird immer noch von Besuchern fotografiert, kleine Gruppen bleiben davor stehen und unterhalten sich. Die Entfernung des Werks ist interessanter geworden als das 20 Jahre alte Agitprop-Triptychon des indonesischen Kollektivs Taring Padi: Ein großes Wimmelbild, auf dem die kapitalistisch-militärischen Mächte dem unterdrückten Volk gegenüberstehen. Auf der Seite der Macht, na klar, ein orthodoxer Jude mit Raffzähnen, bösen Augen, Hakennase und SS-Runen, außerdem ein Soldat mit Schweinsgesicht, der einen Helm mit der Aufschrift »Mossad« trägt. Darüber ein Fegefeuer, in dem die Unterdrückten die Unterdrücker richten. Subtil ist anders.

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