Liebe im Alter
Die Geschichte ist uralt, die Geschichte von Philemon und Baucis. Das Paar aus der griechischen Mythologie hat sich bei den Göttern beliebt gemacht. Dafür wird es reichlich belohnt. Auch im Alter dürfen Philemon und Baucis in Liebe eng verbunden bleiben und gemeinsam sterben. Die Götter sind gnädig und verwandeln das Paar in zwei Bäume, deren Zweige sich berühren.
»Bis dass der Tod uns scheidet«, versprechen sich viele Paare und haben dabei vielleicht Träume wie Philemon und Baucis. Doch wie meistern zwei Menschen ein langes Leben gemeinsam? Wie schaffen sie es, Mut und Geduld für ein Dennoch aufzubringen, wenn die Liebe sich im Lauf der Zeit wandelt oder gar versiegt?
In diesem EXTRA erzählen Autoren von dem tiefen Glück, das eine langjährige Beziehung geben kann. Sie berichten jedoch auch darüber, welche Mühe und Kraft das Miteinander kostet und dass es oftmals die Liebe zu ihren Kindern war, die ihnen half, in Zeiten der Krise zusammenzubleiben.
Ein Mann zieht mit seiner Frau auf die Insel des Vergessens
Kann ein Leben ohne Partner auch ein erfülltes Leben sein? Manchen Menschen bleibt die Erfahrung der Zweisamkeit im Alter versagt, weil das gemeinsame Band doch nicht stark genug war, weil ein Partner stirbt oder weil es einfach auch noch ganz andere Lebensentwürfe gibt.
Für den einen bedeutet Liebe im Alter zufriedenes Alleinsein mit sich selbst, für den anderen ist es kein Widerspruch, nach dem Tod eines geliebten Menschen eine neue Liebe zu suchen. Ein Mann zieht mit seiner dementen Frau gemeinsam in ein Pflegeheim auf die »Insel des Vergessens«. Er möchte bei ihr sein. Bis zuletzt. Auch davon erzählen wir in diesem EXTRA.
»Liebe geht immmer«
Die Liebe kennt viele Facetten, und offensichtlich ist das menschliche Bedürfnis nach Gemeinsamkeit so stark, dass immer wieder ein neuer Weg und oft genug ein neuer Anfang gesucht wird. Das Alter spielt keine Rolle. »Liebe geht immer«, sagt eine Autorin, die mit 60 Jahren eine Frau mit drei Kindern heiratete.
Menschen wünschen sich, zu allen Zeiten ihres Lebens geliebt zu werden und sich als Liebende zu spüren. Und es gibt so vieles, was ein Mensch lieben kann, was ihn glücklich macht. Es können die Enkel sein, Freunde, die Nähe zur Natur, die Begeisterung für ein Haustier, Literatur, Musik, Malerei; es kann eine Aufgabe sein, die herausfordert. Es ist die Hingabe und die Liebe zum Leben generell, die ein erfülltes Leben ausmacht. Die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich verrät in diesem EXTRA, das Beste in ihrem 94-jährigen Leben sei gewesen, dass sie von Herzen lieben konnte: ihren Mann, ihren Sohn, ihren Enkel, ihre Arbeit und nicht zuletzt sich selbst.
