Kolumne von Peter Otten
Neujahrswunsch
Ich mache mir da keine Illusionen: Auch das neue Jahr wird eines voller Rätsel. Warum zum Beispiel müssen Menschen in einer Großstadt mit Geländewagen herumfahren? Die geschätzt drei Tonnen wiegen und den Eindruck erwecken, als seien rund um den Kölner Dom ausschließlich Farmer ansässig, die Yellowstone-artige Großfarmen mit Tausenden Rindern bewirtschaften und ständig unterwegs sind, irgendwelche Zäune zu reparieren? Wer mit diesen Menschen ins Gespräch kommt, bekommt in der Regel folgende gemurmelte Begründung zu hören: Man habe dieses Modell aus der Not heraus gewählt, um höher zu sitzen und im Verkehr mehr sehen zu können. Als meine Mutter in den 1970er-Jahren in ihrem B-Kadett höher sitzen und mehr sehen wollte, hat sie ein Sofakissen auf den Fahrersitz gelegt. Ich will ja gar nicht behaupten, dass das der Weisheit letzter Schluss war, aber dass da, wo frau früher lebensklug zum Kissen gegriffen hat, heute selbstverständlich ein dicker Klumpen Stahl verbaut wird, ist auch nicht gerade schlau. Schon allein rohstofftechnisch betrachtet.
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Peter Otten, geboren 1969, ist Pastoralreferent in St. Agnes, mitten in Köln. Dort lebt er mit seiner Frau und Seelsorgehund Greta. Die Kolumne schreibt er im Wechsel mit Anne Lemhöfer und Fabian Vogt.

