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Kolumne
Professioneller Weihnachtsstress

Heiligabend ist Großkampf-Tag für einen Pfarrer. Das war schon immer so. Doch Corona potenziert den Stress, berichtet unser Kolumnist Fabian Vogt. Da sehnt er sich doch glatt nach dem früheren, ganz normalen Stress. Und würde gar zu gerne wieder tausend Hände schütteln.
vom 25.12.2021
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 (Foto: istockphoto/Rhienna Cutler)
(Foto: istockphoto/Rhienna Cutler)

Es gibt vermutlich keinen Tag im Jahr, an dem sich ein Pfarrer weniger weihnachtlich fühlt als – an Weihnachten. Bei mir zumindest ist das so. Kein Wunder! Am Heiligen Abend baue ich normalerweise mit einem Team vormittags in der Kirche alles auf, und ab 15 Uhr geht es dann Schlag auf Schlag: vier Gottesdienste hintereinander. Sakrale Fließbandarbeit: Krippenspiel, moderner Weihnachtsgottesdienst, Christvesper und Christmette. Am Ende eines solchen spirituellen Marathons habe ich viermal »O du fröhliche« gesungen, die Weihnachtsgeschichte in penetranter Endlosschleife gehört, mehr als tausend Hände geschüttelt, verzweifelten Kindern beim Suchen der richtigen Töne auf der C-Flöte gelauscht, vor lauter Segensgesten einen Krampf im Nacken bekommen und unfassbar vielen Menschen an der Kirchentür liebevoll erklärt, dass jetzt gerade kein günstiger Moment für ein ausführliches Seelsorgegespräch sei.

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