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Publik-Forum, Heft 20/2024
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Verewigte Spuren in Asche und Ruß

Die Ausstellung »Das Anwesende des Abwesenden« geht existenziellen Fragen von Vergänglichkeit und Ewigkeit nach.
von Armin Rohrwick vom 04.11.2024
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(Foto: Norbert Miguletz, ©Frankfurter Kunstverein, Courtesy: Toni R. Toivonen und Galerie Forsblom, Italienisches Kulturministerium/Archäologischer Park von Pompeji)
(Foto: Norbert Miguletz, ©Frankfurter Kunstverein, Courtesy: Toni R. Toivonen und Galerie Forsblom, Italienisches Kulturministerium/Archäologischer Park von Pompeji)

Ausstellung. Wie verhält sich der Mensch zu Natur und Kosmos? Wohin führt sein Verlangen, die Welt und sich selbst zu verstehen? Dass sich Kunst und Wissenschaft in solch großen Fragen gegenseitig befruchten, hat der Frankfurter Kunstverein in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt. Die aktuelle Schau geht unter dem Titel »Das Anwesende des Abwesenden« der existenziellen Frage von Vergänglichkeit und Ewigkeit nach. Direktorin Franziska Nori hat die Ausstellung kuratiert. Sie kombiniert naturwissenschaftliche Exponate aus Astrophysik, Geologie, Paläoanthropologie und Archäologie mit zeitgenössischer Kunst. So wird auf unterschiedliche Weise das, was verschwunden zu sein scheint, noch auffindbar und mit allen Sinnen erfahrbar gemacht.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 20/2024 vom 25.10.2024, Seite 54
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Zwischen den Kunstobjekten und den Naturfunden entstehen Bezüge, die erstaunen und berühren. So werden etwa die »Laetoli-Fußabdrücke« in einem Raum zusammen mit den Rußbildern des italienischen Künstlers Claudio Parmiggiani präsentiert: Vor 3,6 Millionen Jahren durchquerten Vorfahren des Menschen eine von Vulkanasche bedeckte Ebene im Norden Tansanias. Regen ließ diese Spuren in der Asche zu Tuffgestein aushärten, das bis heute erhalten blieb. Parmiggiani arbeitet mit Feuer und Rauch: Die entstehenden Aschepartikel setzen sich an den Rändern der in seinem Atelier drapierten Gegenstände ab. Nach dem Entfernen der Gegenstände werden die Umrisse sichtbar.

Spektakulär ist die Performance »Shrink« des belgischen Künstlers Lawrence Malstaf. Hier wird die Ästhetik des Stilllebens erschreckend radikal: Ein Mensch ist zwischen Plastikfolien durch Vakuumierung (bei kontrollierter Atemluftzufuhr, es besteht keine Lebensgefahr) »stillgestellt« – und wird so auf sein kreatürliches Sein zurückgeworfen. Diese moderne Kunst kommuniziert im Sinne einer »nature morte« mit den ausgestellten Gipsabgüssen der Opfer des Vulkanausbruchs in Pompeji, 79 nach Christus im Moment ihres Todes. Eine sehr sehenswerte Ausstellung, die anregt, sich mit der eigenen Endlichkeit der Ewigkeit zu stellen.

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