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War Goethe Muslim?

Der »West-östliche Divan« feierte dieses Jahr seinen 200. Geburtstag – und offenbart, wie fasziniert Goethe vom Islam war
von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 29.12.2019
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Dieses Bild hat Tischbein so nicht gemalt: In den Orient reiste Goethe nur in seiner Fantasie; solche Minarette gab es während seiner Italienreise 1786/87 dort nicht (Bildmontage: Publik-Forum; Bildmaterial: pa/akg; pa/heritage-images)
Dieses Bild hat Tischbein so nicht gemalt: In den Orient reiste Goethe nur in seiner Fantasie; solche Minarette gab es während seiner Italienreise 1786/87 dort nicht (Bildmontage: Publik-Forum; Bildmaterial: pa/akg; pa/heritage-images)

Zwei überdimensionale, steinerne Stühle stehen sich in Weimar am Rande des Ilmparks gegenüber, wenige Schritte entfernt von der Altstadt. Lebten die beiden Männer noch, denen dieses Kunstwerk gewidmet ist, so würden sie sich bestimmt darauf niederlassen: der deutsche Dichterfürst Goethe und der persische Nationaldichter Hafis, der im 14. Jahrhundert lebte. Das Goethe-Hafis-Denkmal ist aus einem einzigen Granitblock geschnitten, zwei Teile eines Ganzen – ein schönes Symbol für die tiefe innere Beziehung, die Goethe zu Hafis hatte. Allen sprachlichen, kulturellen und religiösen Unterschieden zum Trotz, getrennt durch Raum und Zeit, fühlte Goethe sich ihm so verbunden, dass er Hafis seinen »Zwilling« nannte. Im Sockel sind in persischer Kalligrafie Hafis-Verse eingelassen und daneben Zeilen aus dem »West-östlichen Divan« von Goethe: »Wer sich selbst und andre kennt/ Wird auch hier erkennen/ Orient und Okzident/ sind nicht mehr zu trennen.«

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