Tier-Ausstellung in Athen
Was wir sehen, wenn wir Tiere anschauen
Bis zu 1,2 Millionen Schweine leben in einem 26-stöckigen Hochhaus in China – ohne je das Tageslicht zu sehen. Geboren, gemästet, geschlachtet: ein ganzes Leben in Beton, in einer Industrie, die Tiere zu Rohstoffen degradiert. Die Künstlerin Ang Siew Ching nähert sich diesem System in ihrer Videoarbeit »High-Rise Pigs« nicht mit Schockbildern, sondern mit Distanz. Aus der Idylle eines Gartens filmt sie das »Schweinehochhaus« von Weitem. Was darin geschieht, stellt sie in Modellen aus Plastik nach. Kein Blut, kein Geschrei – gerade das macht das Werk so eindringlich. Es geht um die Entfremdung zwischen Mensch und Tier. Ching zeigt eine Welt, in der Empathie für nichtmenschliche Wesen nicht vorgesehen ist.
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Manuel Meyer ist freier Journalist. Er lebt in Madrid.

