Meinung
Alternative zu Alice Weidel
Seit Jahren teilt Sahra Wagenknecht kontroverse, teils populistische Positionen, mit denen sie in ihrer Noch-Partei und der Öffentlichkeit aneckt. Die von der Bild-Zeitung vorweggenommene und danach von Wagenknecht nur sehr halbherzig dementierte Ankündigung, eine eigene Partei zu gründen, ist da nur der nächste logische Schritt. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Insa hätte ihre Partei ein Wählerpotenzial von bis zu 25 Prozent und dürfte vor allem die AfD und die Linke schwächen, die jeden zweiten ihrer jetzigen Wähler verlieren könnten. Schaut man sich die Regierungsbeteiligung der Linken in Bund und Ländern an, wird klar: Mehr Sorgen als die Linkspartei sollte sich die AfD machen. Bei der Sonntagsfrage dümpelt die Linke zwischen vier und fünf Prozent herum, ist in neun Landesparlamenten vertreten, aber in nur drei alten Bundesländern: In Bremen, Hamburg und in Hessen, wo die Partei nun um ihren Wiedereinzug bangen muss. Währenddessen fährt die AfD seit Wochen Spitzenwerte ein und liegt als zweitstärkste Kraft teilweise nur fünf Prozentpunkte hinter der Union.
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