Aufgefallen
Erschöpft, aber Sieger
Sieger sehen eigentlich anders aus. Sie jubeln, lachen, feiern. Bernardo Arévalo dagegen konnte sich am Sonntagabend nur mühsam auch mal ein Lächeln abringen. Dabei war er gerade zum Präsidenten Guatemalas gewählt worden. Der 64-jährige Sozialdemokrat wirkte vor allem erschöpft – und das ist nur allzu verständlich. Der Wahlkampf in dem zentralamerikanischen Land war zermürbend. Seine Konkurrentin Sandra Torres diffamierte den in dritter Ehe verheirateten Arévalo als Feind traditioneller Werte und Abtreibungsfreund; der Generalstaatsanwalt versuchte, ihn juristisch zu stoppen. Die meisten anderen Bewerber der Opposition waren mit fadenscheinigen Begründungen vom Verfassungsgericht und der Wahlbehörde von der Präsidentenwahl ausgeschlossen worden. Arévalo kam durch – und schaffte es überraschend in die Stichwahl.
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