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Katholische Kirche in der Krise
Es ist Zeit für den Zorn

Über dem Katholikentag in Stuttgart schwebt die Frage: Braucht es diese Kirche noch? Auch, wenn man ihr den Untergang wüschen mag: Es braucht sie. Aber auch Gläubige, die denen widerstehen, die den Katholizismus kaputt machen.
von Matthias Drobinski vom 24.05.2022
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(Zeichnung: Mester)
(Zeichnung: Mester)

Es herrscht Untergangsstimmung in der katholischen Kirche in Deutschland, daran ändert auch der Katholikentag in Stuttgart nichts. Andreas Sturm, bislang Generalvikar in Speyer, wird altkatholisch – nicht einmal das Führungspersonal glaubt mehr an den Wandel in dieser Kirche. In Köln sitzt ein Kardinal, der das quasi täglich bestätigt, in Rom ein Papst, dem der Versuch der Deutschen ein Graus ist, beim Synodalen Weg nach 30 Jahren Stillstand über Macht, Sexualität, Frauenweihe zu reden. Der Missbrauchsskandal geht weiter und weiter. Gutkatholische Eltern müssen sich vor ihren Kindern rechtfertigen, warum sie noch in dieser aus deren Sicht homophoben und sexistischen Vereinigung sind. Christian Stückls Oberammergauer Passionsspiel ergreift die Menschen mehr als der Sonntagsgottesdienst; Pfingststimmung herrscht bei den 200 000 Menschen, die der Frankfurter Eintracht nach ihrem Europapokalsieg zujubeln.

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