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Afghanistan
Hybris und Heuchelei

Afghanistan zeigt, wie sich eine Supermacht komplett verhebt. Der chaotische Abzug belegt die egozentrische Verblendung des Westens.
von Alexander Schwabe vom 16.08.2021
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(Zeichnung: Mester)
(Zeichnung: Mester)

Wer 2012 – etwa zur Hälfte der westlichen Militärpräsenz – einfache Bauern in den Bergen oder in den Weiten Afghanistans nach der Qualität der Regierung in Kabul und nach den bisherigen Herrschaftsregimen fragte, bekam folgende Antwort: Unter der Besatzung der westlichen Allianz mit ihrer Marionettenregierung in Kabul sei es am schlechtesten. Niemand kümmere sich um öffentliche Angelegenheiten. Geschehe irgendwo ein Mord, zeige sich niemand zuständig für Ermittlungen, es herrsche Selbstjustiz. Unter den Taliban sei es besser gewesen. Zwar seien Strafen teils drakonisch gewesen, doch es habe Rechtssicherheit gegeben – offenbar ein hohes Gut. Unter sowjetischer Besatzung sei es noch besser gewesen: Die Russen hätten sich um die Anliegen der Bevölkerung gekümmert, seien vor Ort gewesen, hätten zudem Krankenhäuser, Schulen und Straßen gebaut.

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