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Patti Smith

Der Vatikan engagiert die Rock-Poetin und »Mystikerin« für seinen Auftritt bei der Kunstbiennale in Venedig.
vom 02.06.2026
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Patti Smith (Foto: IMAGO/Bonn.digital)
Patti Smith (Foto: IMAGO/Bonn.digital)

Patti Smith, die fast 80-jährige Legende des Punk-Rocks, zarte Poetin und bezaubernde Schriftstellerin, ist nun auch unter die Mystikerinnen gegangen. Besser gesagt: Spirituell war sie schon lange dorthin unterwegs. Jetzt hat der Vatikan sie zu so etwas wie der Patin seines Auftritts bei der Biennale in Venedig auserwählt.

Das Motto für die beiden Ausstellungsstätten – den stillen, mauerumschlossenen »Mystischen Garten« der Unbeschuhten Karmeliten und die Kirche Santa Maria Ausiliatrice – lautet: »Das Ohr ist das Auge der Seele.« Zwar stammt dieser Satz vom Filmemacher Alexander Kluge, ansonsten aber orientiert sich der Vatikan bei »seiner« Biennale diesmal ganz an Hildegard von Bingen. Zur Eröffnung des Gartens hat Patti Smith, inspiriert von Hildegards eigenen Liedern, ein »Klanggebet« geschrieben und inszeniert.

Der vatikannahe Jesuit Antonio Spadaro beschreibt die Seelenverwandtschaft zwischen der mittelalterlichen Äbtissin und der Rockerin von heute so: »Beide sind wilde Mystikerinnen – ungezähmt, unklassifizierbar, gefährlich für jede Orthodoxie, die Glauben auf Doktrin oder Kunst auf Handwerk reduzieren will.«

Patti Smith macht keinen Hehl aus ihrer Religiosität. Kunst singe von Gott und gehöre letztendlich ihm, sagt sie. Zwar fühle sie sich an keine Kirche gebunden, habe aber einen festen Glauben an Gott: »Ich bete eigentlich immer – und Gott ist immer bei mir.«

In ihrer Haltung zu Gott, Mensch und Schöpfung ist die US-Amerikanerin franziskanisch geprägt. Bei ihren Konzerten trägt sie als »Erkennungszeichen« nicht selten das hölzerne »Tau«, das Kreuzessymbol des Heiligen Franziskus. Gebete zu sprechen lernte sie von Kind auf. »Aber mit der Zeit machte ich Erfahrungen mit einer anderen Art von Gebet, einem stummen, zu dem weniger Sprechen als Zuhören gehört.« Das ist, was Mystik auszeichnet und zum vatikanischen Biennale-Motto passt.

Für ihren Spaziergang durch den »Mystischen Garten« bekommen Biennale-Gäste Kopfhörer mit einem meditativen Sound-Mix von Patti Smith, dem Filmregisseuer Jim Jarmusch, dem britischen Musiker Brian Eno und der US-amerikanischen Sängerin Meredith Monk. All das im Einklang mit der Hildegard’schen Vorstellung von einem üppig-lebendigen Garten.

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Schlagwort: Vatikan
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