Interview
»Die Mädchen haben mehr Angst vor der Vergewaltigung als vor der Hinrichtung«


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Publik Forum: Frau Taylor, Sie sind mit 17 Jahren aus Iran geflohen, nachdem Sie dort verhaftet worden waren. Wie kam es dazu?
Jasmin Taylor: Ich war 15 Jahre alt und mit einer Freundin auf dem Schulweg nach Hause unterwegs. Wir haben unsere Kopfbedeckungen etwas gelockert. Eine vorbeigehende Patrouille der Sittenpolizei sah das und verhaftete uns von der Straße weg. Sie warfen uns ins Gefängnis. Das ist leider eine Erfahrung, die viele Schülerinnen in Iran in den letzten 40 Jahren seit der islamischen Revolution unter Ayatollah Khomeini ab 1979 machen mussten. Per Gesetz müssen alle Mädchen in Iran ab neun Jahren die islamischen Bekleidungsvorschriften in der Öffentlichkeit befolgen. Bei einem Verstoß gegen dieses Gesetz sieht das iranische Strafge
Jasmin Taylor, gebürtige Iranerin, kam mit 17 Jahren nach Deutschland. Nach dem Abitur in Bonn studierte sie Psychologie an der University of Maryland (USA) und schloss ihren Master in Human Relations an der University of Oklahoma (USA) ab. Seit 2002 lebt und arbeitet sie in Berlin. 2014 gründete sie das Projekt SIS, das geflüchtete Frauen aus Iran beim Deutschlernen und bei der Suche nach Ausbildungs- oder Arbeitsstellen unterstützt. Taylor engagiert sich für die Gleichberechtigung der Frauen in Iran. In ihrem Buch »Im Namen Gottes« (Europaverlag) kritisiert sie die iranisch-islamische Rechtsprechung.
