Dossier zur Pflege: Mensch oder Profit
Das Wort vom Pflegenotstand ist zwar in aller Munde, dennoch wird über Pflege nicht gerne gesprochen. Der Gedanke daran erinnert uns an die eigene Vergänglichkeit, an unsere Verletzlichkeit. Deshalb verdrängen wir das Thema gerne – bis wir selbst oder in der Familie direkt damit konfrontiert sind.
Auch für die Politik ist das Thema schwierig. Gute Pflege ist teuer. Deshalb versucht die Politik seit gut zwanzig Jahren, Pflege zu geringen Kosten zu organisieren. Das sorgt für niedrige Löhne und schwierige Arbeitsbedingungen für die in der Pflege Tätigen. Und es funktioniert nur noch, weil Hunderttausende Kinder und Ehepartner, vor allem Töchter und Ehefrauen, ihre Lieben zu Hause pflegen.
Diesem System droht der Kollaps. Auch wenn sich viele in der Pflege noch so engagieren. Es fehlt an allen Ecken und Enden – an Personal, an Geld, an Heimplätzen, an ambulanten Diensten. Zwar werden Millionen in die Pflege investiert, doch diese kommen oft von Finanzunternehmen, die vor allem am Gewinn und weniger an einer guten Pflege interessiert sind.
Eine offene Diskussion über die Pflege ist überfällig
Deshalb ist eine offene Diskussion über die Zukunft der Pflege überfällig. Wie können die Bedingungen in den Heimen verbessert werden – für die Pflegekräfte und für die Pflegebedürftigen? Wie organisieren wir mehr ambulante Dienste? Wie unterstützen wir pflegende Angehörige? Wie schaffen wir eine Umgebung, in der Pflegebedürftige möglichst lange eigenständig leben können? Wer bezahlt eine gute Pflege? Und was hat Vorrang: der Mensch oder der Profit?
Das Dossier »Mensch oder Profit«, das Publik-Forum in Zusammenarbeit mit der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung im Bistum Rottenburg-Stuttgart erarbeitet hat, stellt diese Fragen. Und nicht nur dies. Es stellt auch Alternativen vor: In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Modellen einer anderen Pflege. Sie wurden initiiert von kreativen Führungspersönlichkeiten und Pflegekräften ebenso wie von normalen Bürgern. Und sie zeigen: Es geht auch anders. Und es gibt seriöse Vorschläge, wie eine gute Pflege solidarisch finanziert werden kann, sodass gilt: Mensch vor Profit.
Die Diskussion über eine gute Pflege für alle, die sie brauchen, ist dringender denn je. Deshalb wünsche ich diesem Dossier eine möglichst große Verbreitung. Bestellen Sie es nach, verteilen Sie es!
Sie wollen Publik-Forum testen? Bestellen Sie ein Mini-Abo. Im aktuellen Heft ist das Dossier zur Pflege enthalten.
