Sozialprotokoll
»Ich muss spielen«
Musik ist das Wichtigste für mich. Mein Knopfinstrument, das im Russischen Bajan heißt, spiele ich jeden Tag drei bis sechs Stunden. Das kann ich meinen Nachbarn nicht zumuten. Neue Stücke übe ich erst einmal zu Hause ganz langsam mit Noten. Wenn das halbwegs klappt, spiele ich auf der Straße und übe dort weiter. So kann ich auch die Reaktion des Publikums testen. Das Spielen auf der Straße ist die perfekte Vorbereitung für ein Konzert. Auf der Bühne bin ich total entspannt und kann viel Ausdruck in meine Musik legen. Noten brauche ich dann nicht mehr. Ich glaube, als Musiker muss man eine Geschichte mit der Musik erzählen und nicht vorlesen. Auch wenn ich ein Stück von Bach oder Vivaldi spiele, lege ich meine eigene Interpretation in die Musik. Notenlesen stört mich dabei. Deshalb übe ich jedes Stück so lange, bis ich es auswendig spielen kann.
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