SPD-Wahlsieg
Scholz und die Philosophen
Um sich noch einmal klarzumachen, wie sensationell der Sieg der SPD bei der Bundestagswahl war, helfen drei Zahlen: 15, 25 und 10. Noch Anfang August schien die gebeutelte SPD in den Umfragen auf Werte um die 15 Prozent festgenagelt. Am 26. September holte sie dann mehr als 25 Prozent – 10 Prozentpunkte mehr als nur eineinhalb Monate zuvor vorausgesagt waren. Natürlich sind Umfragen nie ganz genau und immer Momentaufnahmen, aber es sprach so gut wie nichts für einen SPD-Triumph. Klar, Kanzlerkandidat Olaf Scholz war bei der Bevölkerung beliebt. Unter Beobachtern und Analysten ging es jedoch eigentlich nur darum, ob es einen schwarzen Kanzler oder eine grüne Kanzlerin geben würde und ob sie die Hilfe der FDP dazu benötigte. Aber die SPD? Bitte! So oft hatte man die Sozialdemokratie in Deutschland schon für tot erklärt, dass ihre Chancenlosigkeit eine Binse geworden war.
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