Flüchtlingsgipfel der Bischofskonferenz
Schwere Zeiten für weite Herzen
Wer anderen hilft, kann manchmal selbst ganz gut Hilfe gebrauchen. In der Katholischen Akademie in Berlin war das an einem warmen Donnerstag im Juni deutlich zu spüren. Zum siebten katholischen Flüchtlingsgipfel waren sie versammelt, all die Helferinnen und Helfer aus den Organisationen und Verbänden, die vor Ort Flüchtlinge versorgen, beraten oder einfach mit anpacken. Damit einerseits nicht alles zusammenbricht in den Kommunen, von der eine nach der anderen meldet, dass die Belastungsgrenze überschritten sei. Und damit es andererseits weiterhin einigermaßen menschlich zugeht dort. Es sind schwere Tage und Wochen für sie. Wütend sind sie. Ratlos. Und traurig. Wütend auf den EU-Asylkompromiss, der vielen das Gefühl gibt, ihre jahrelange Arbeit zunichte zu machen. Ratlos über den Aufstieg der AfD, die mit ihrer Agitation gegen Geflüchtete in den allgemeinen Umfragen an den Grünen und der SPD vorbeizieht; unter den Helfern aber wohl bei null Prozent liegen dürfte. Und traurig über das schreckliche Bootsunglück vor Griechenland mit mehreren Hundert Toten.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden

