Rojava
Wenn Erdogans Drohnen kommen
Seit 2013 kenne ich ihn. Ich war damals das erste Mal seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien wieder im Norden und Osten des Landes; seit einem Jahr existierte dort die »Autonome Administration von Nord- und Ostsyrien«, kurz »Rojava« genannt, das Land der untergehenden Sonne, Westkurdistan. Es herrschten Optimismus und Aufbruchstimmung in Rojava. In dem Gebiet, aus dem sich die Truppen des syrischen Diktators Baschar al-Assad zurückgezogen hatten, sollte ein neuer Staat entstehen, in dem die Religionen und Ethnien friedlich miteinander leben, Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Demokratie und Rechtsstaat herrschen. Mein Gesprächspartner war begeistert von dieser Idee. Er engagierte sich in herausgehobener Position für den entstehenden Staat.
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Thomas Schmidinger ist Politikwissenschaftler sowie Sozial- und Kulturanthropologe mit dem Schwerpunkt Kurdistan an der Universität Wien.

