»Wir streiken für unseren Planeten«
Seit drei Monaten bin ich Mitglied der neuen Schülerbewegung Fridays for Future, die von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg ins Rollen gebracht wurde. Wir organisieren seit Wochen diesen Schulstreik am Freitag, um ein deutliches Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen. Was mich dazu bewegt, ist mein Gewissen: Es kann so nicht weitergehen. Die Welt, in der wir leben, unsere Zukunft und die Zukunft der Erde ist bedroht. Und wenn niemand etwas tut, dann müssen wir eben damit anfangen. Wir, die jungen Menschen, die das am stärksten trifft. Ich bin 18 Jahre alt, lebe in Frankfurt am Main und will in diesem Jahr Abitur machen. Aber was nützt so ein Schulabschluss, wenn der Klimawandel unsere ganze Zukunft zunichte macht?
Es war ein Freund, der mich über Whatsapp über »Fridays for Future« informiert hat. Wir sind weltweit organisiert, arbeiten aber dezentral. Der größte Teil der Organisation der Schülerstreiks erfolgt über Whatsapp. Manchmal treffen wir uns aber auch bei jemandem zu Hause, um die Freitagsdemos vorzubereiten.
»Es kommen immer nur Versprechen, aber nichts passiert«
Greta Thunberg hat im Sommer mit einem Schulstreik gegen die Klimaerwärmung angefangen. Zuerst war sie ganz alleine. Dann hat sie eine Rede vor der UNO-Klimakonferenz in Kattowice gehalten und später auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos viele Mitstreiter gefunden. Seit Dezember streiken nun weltweit Schüler am Freitag. Sogar Australien ist dabei. Bei Greta war es dieser unglaublich heiße Sommer, der sie aufgerüttelt hat. Und die Tatsache, dass von den Verantwortlichen immer nur weiter Versprechen kommen, aber nichts passiert.
Wir sind kürzlich von der Bockenheimer Warte zum Römer gezogen, dem Rathaus in der Altstadt von Frankfurt. Ich bin begeistert, was ich hier sehe! Es sind es so viele, die gekommen sind! Wir fordern den Kohleausstieg so schnell wie möglich. Das Ergebnis der Kohlekommission ist völlig inakzeptabel! Für eine lebenswerte Zukunft brauchen wir einen Kohleausstieg bis spätestens 2030. Und Fahrverbote in den Innenstädten, den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs und Alternativen für den Autoverkehr.
Die Tatsache, dass einige sich getraut haben, hier vor allen zu sprechen, das macht schon Mut. Und wie ich vorhin in meiner Ansprache gesagt habe: Wenn jeder von uns nur zwei andere mitbringt, dann sind wir bald schon ein paar Tausend – allein hier in Frankfurt.
Protokoll: Barbara Brüning
