Drei Kugeln trafen Abid
Youssefs Tag ist zu kurz. Morgens müsste er zur Vorlesung in die Uni, aber zeitgleich gibt es eine Demonstration gegen die Islamisten, die er beobachten will. Nachmittags ist Praktikum im Krankenhaus, aber Youssef muss über die Demo einen Bericht schreiben und Fotos auswählen, die heute noch online gestellt werden sollen. Abends wäre Lernen für die nächste Klausur dran, doch Youssef hat eine Sitzung der »Jungen Unabhängigen Demokraten«, deren Gründungsmitglied er ist. Seit der tunesischen Revolution vor einem Jahr hat er kaum noch Zeit für sein Medizinstudium. Demokratie macht ihm Spaß. Doch es ist nicht leicht, ein gewissenhafter Student und zugleich ein gewissenhafter Demokrat zu sein. »Wir erleben eine neue, einmalige Situation in unserem Land«, sagt er, »alles ist in Bewegung. Da muss jeder Zeit opfern.«
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