»Die Sinnlosigkeit aushalten«

Weiterlesen mit Ihrem Digital-Zugang:

Weiterlesen mit Ihrem Digital-Upgrade:
- Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
- Mehr als 34.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
- Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
- 4 Wochen kostenlos testen

Jetzt direkt weiterlesen:
- diesen und alle über 34.000 Artikel auf publik-forum.de
- die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper
- 4 Wochen für nur 1,00 €

Publik-Forum: Herr Rüegger, in vielen Ländern wird über die Frage gestritten, ob man seinem Leben im hohen Alter ein Ende setzen darf, wenn es einem als sinnlos erscheint. Gegner einer Selbsttötung, vor allem Christen, sagen, dass das Leben niemals sinnlos sei. Wie ist Ihre Position?
Heinz Rüegger: Kurt Marti, der bekannte Pfarrer und Dichter, der kürzlich im Alter von 96 Jahren starb, bekannte einmal, dass sein Leben inzwischen zum »Leerlauf« geworden sei. Marti war verwitwet und lebte in einem Pflegeheim. Er wusste sein Leben zwar durchaus in Gottes Hand. Aber im Blick auf sein irdisches Leben sah er kein Ziel und keinen Sinn mehr. Er erfuhr keinen Inhalt mehr, der sein Leben lebenswert machen würde. Deshalb betete er, wie er sagte, jeden Abend da
als evangelischer Theologe, Gerontologe und Ethiker in der Stiftung Diakoniewerk Neumünster in der Schweiz. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Neumünster beschäftigt er sich interdisziplinär mit Fragen des Alter(n)s. Zuletzt erschien sein Buch: »Vom Sinn im hohen Alter«. Theologischer Verlag Zürich. 170 Seiten. 26,90 € (siehe auch S. 55)
