Leserbrief
Österliche Botschaft
Zu: »›Ich gehe in das Land ohne Worte‹« (5/2025, Seite 30-33)
Die Lebensgeschichte von Wilhelm Schmid hat mich sehr beeindruckt. Da ist der Philosoph, der ein Leben lang dem Sinn des Lebens nachsinnt. Da ist der Ehemann, der 40 Jahre lang mit seiner Frau in Liebe zusammen»geschweißt« ist. Dann kommt der plötzliche Tod seiner Frau; alles fällt in sich zusammen; der Verlust scheint nicht mehr verkraftbar zu sein. Er denkt an die Zeit mit seiner Frau, auch an die letzten Stunden und Tage; es kommt dieser eine Satz seiner Frau bei ihm im Innersten an(!): »Ich gehe in das Land ohne Worte«! Meine Deutung dieser Frau und ihres Mannes lautet: Es gibt nicht den Tod als das Ende; das, was Menschen miteinander erlebt und erlitten haben in guten und in schwierigen Tagen, das ist so stark verinnerlicht, dass es weiterlebt. Insofern ist es nur in sich logisch, wenn Wilhelm Schmid die Auferstehung als eine der Aufarbeitungen nach dem Tod eines lieben Menschen erkennt! Ein wunderbares Glaubensbekenntnis in dieser vorösterlichen Zeit! Wolfgang Zopora, Bad Alexandersbad
Der Begriff »das Land ohne Worte« beinhaltet für mein Empfinden zwar einen Widerspruch in sich selbst, ich finde ihn aber sehr sympathisch. Er soll wohl Situationen beschreiben, in denen unsere Lebensumstände zur Ruhe kommen, obwohl wir ohne Einschränkungen weiterhin mit unseren Lebensenergien verbunden sind. Und in diesem Land gibt es keine Gewalt, keinen Extremismus, keine prinzipiellen Exklusivitäten und keine falschen Identitäten. Wunderbar. Christoph Müller-Luckwald, Bingen
