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Niall Williams: Das ist Glück
Glaube, Trauer und Liebe an der irischen Westküste der 1950er-Jahre

In seinem Roman »Das ist Glück« erzählt Niall Williams von der Begegnung zweier ungleicher Männer.
von Eva-Maria Lerch vom 03.06.2025
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Der Roman »Das ist Glück« von Niall WIllimas führt tief in die irisch-katholische Gesellschaft der 1950er-Jahre und die Mentalität ihrer ländlichen Bewohner ein.
Der Roman »Das ist Glück« von Niall WIllimas führt tief in die irisch-katholische Gesellschaft der 1950er-Jahre und die Mentalität ihrer ländlichen Bewohner ein.

Roman. Der junge Mann kommt aus Dublin, er wollte Priester werden, ist aber vom Glauben abgefallen und hat das Priesterseminar verlassen. Weil er nicht weiß, wohin, zieht er zu seinen Großeltern nach Faha, ein verregnetes Dorf an der irischen Westküste. Man schreibt das Jahr 1958, und gerade rollen die ersten Lastwagen an, um Faha an die Stromversorgung anzuschließen. Einer der Stromleute, ein vom Leben gegerbter Mann um die 60, zieht als Untermieter ebenfalls ins Haus der Großeltern und teilt sich mit dem Enkel das Mansardenzimmer.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 11/2025 vom 06.06.2025, Seite 54
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Aus der Begegnung der zwei ungleichen Männer ergibt sich bald eine wortkarge, aber tief empfundene Schicksalsgemeinschaft. Für den gestrandeten Seminaristen wird der erfahrene Gefährte zur Offenbarung eines leidenschaftlichen Lebens, das er bisher nicht kannte. Und für den Älteren wird der Junge zum Begleiter bei der Bewältigung seiner dunklen Vergangenheit. Denn, wie sich herausstellt, ist der »Strommann« eigentlich nur ins Dorf gekommen, um eine alte Schuld zu begleichen und eine Frau zu finden, die er vor Jahren tief verletzt hat.

Das Buch führt tief in die irisch-katholische Gesellschaft der 1950er-Jahre und die Mentalität ihrer ländlichen Bewohner ein, denn »weil die Hauptstadt so weit weg und noch dazu kaum bekannt war, galt in Faha das Exzentrische als Norm«. Niall Williams erzählt all das mit großer Fabulierfreude und humorvoller Menschenkenntnis, sodass die 456 eng bedruckten Seiten nie zu lang werden. In Irland wird er mit Literaturpreisen geehrt und verfilmt. Wie gut, dass er jetzt, durch die tolle Übersetzung von Tanja Handels, auch in Deutschland angekommen ist.

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