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Jesus von Nazareth
Der gekreuzigte Mensch

Warum das Christentum die verrückteste Religion der Welt ist. Und der christliche Glaube in der Glaubwürdigkeitskrise steckt. Eine österliche Betrachtung.
von Magnus Striet vom 03.04.2026
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Gelitten unter Pontius Pilatus: Das Gemälde von Mihaly Munkacsy (1844-1900) trägt den Titel „Christus vor Pilatus“ (Foto: akg-images / Erich Lessing)
Gelitten unter Pontius Pilatus: Das Gemälde von Mihaly Munkacsy (1844-1900) trägt den Titel „Christus vor Pilatus“ (Foto: akg-images / Erich Lessing)

Was genau den römischen Statthalter Pilatus dazu bewogen hat, das Urteil über Jesus zu sprechen, werden wir nie erfahren. Die Berichte über den Tod Jesu enthalten bereits so viel ausdeutende Theologie, dass sie bezogen auf die tatsächliche Rolle des Pontius Pilatus nicht mit letzter historischer Verlässlichkeit auszuwerten sind. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es ein nacktes Machterhaltungskalkül war, das ihn in seiner Urteilsfindung getrieben hat. Was kümmerte schon einen römischen Statthalter in einem besetzten Landstrich das Schicksal eines Juden, der im Namen seines Gottes zu mehr Gerechtigkeit in den sozialen Verhältnissen aufrief. Und der Empathie zeigte und einforderte gegenüber all jenen, deren Kraft und Lebensmut zu Ende ging? Modern gesprochen, waren es theologische Auseinandersetzungen, die Jesus auf die Spitze trieb und die ihn in einen tödlichen Konflikt mit dem religiösen Establishment der damaligen Zeit geraten ließ. Dem Machtmenschen Pilatus dürften diese innerjüdischen Religionskonflikte sehr fremd gewesen sein.

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