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Kirche in den USA
Der liberale Katholizismus tritt ab

Mit dem Wahlsieg von Donald Trump und seinem Stellvertreter J. D. Vance beginnt auch für die US-Kirche eine neue Ära. Die Bischöfe und die Gläubigen werden sich fragen müssen, ob sich der radikal antiliberale Kurs mit ihrer Religion verträgt.
von Massimo Faggioli vom 04.12.2024
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(Foto: PA / AP / Evan Vucci)
(Foto: PA / AP / Evan Vucci)

Der klare Wahlsieg von Donald Trump begräbt nicht nur Joe Bidens Vermächtnis. Er vertieft auch den Rückzug des progressiven Katholizismus: In den sozialen Medien, in ihren intellektuellen Zeitschriften und Universitäten werden amerikanische Katholikinnen und Katholiken einen neuen Weg finden müssen, um mit einem grundlegend anderen politischen System umzugehen – und auch mit einer anderen Art von Katholiken an der Macht. Trumps Triumph katapultiert J. D. Vance auf die Weltbühne, einen 40-jährigen Millionär, der 2019 zum Katholizismus konvertierte. Damals hatte er noch gemischte Ansichten über Trump. Seine politische Karriere erforderte eine zweite Konversion: zum Trumpismus. Vance ist ein traditionalistischer und antiliberaler Katholik, wird aber von den technolibertären Titanen des Silicon Valley unterstützt. Er vertritt eine Mischung aus katholischem Revanchismus ähnlich dem des Franzosen Charles Maurras (1868-1952) und dem Posthumanismus von Elon Musk. Diese beiden Dinge passen im heutigen Amerika erstaunlich gut zusammen.

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