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Der Vorhang öffnet sich doch nicht

Wer wusste im Erzbistum Köln von Missbrauchstätern? Und warum wird die groß angekündigte Transparenzoffensive verschoben?
von Christoph Fleischmann vom 29.03.2020
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Allein gelassen: Missbrauchsopfer imErzbistum Köln erfahren vorerst nicht, wer im Ordinariat von übergriffigen Geistlichen wusste (Foto: Armin Staudt / photocase.de)
Allein gelassen: Missbrauchsopfer imErzbistum Köln erfahren vorerst nicht, wer im Ordinariat von übergriffigen Geistlichen wusste (Foto: Armin Staudt / photocase.de)

Ich habe meine eigene Anklageschrift in Auftrag gegeben«, erklärte Kardinal Rainer Maria Woelki Mitte Februar gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Damit meinte er die Untersuchung zum Missbrauch durch Geistliche und die Vertuschung ihrer Taten durch Verantwortliche des Erzbistums Köln, die die Münchener Anwaltskanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl seit Ende des Jahres 2018 durchführt. Kurz nach Veröffentlichung der großen MHG-Missbrauchsstudie (das Akronym MHG bezeichnet die daran beteiligten Wissenschaftler aus den Universitäten Mannheim, Heidelberg und Gießen) hatte Woelki angekündigt, eine eigene Studie für das Erzbistum Köln in Auftrag zu geben. Sie sollte neben der Aufarbeitung von Missbrauchstaten auch die Rolle der damaligen und heutigen Verantwortlichen – Personalchefs, Generalvikare und Bischöfe – klären. Bis kurz vor der geplanten Veröffentlichung am 12. März ist immer wieder betont worden, dass dabei auch Namen von Verantwortlichen genannt werden sollen – und dass der Auftraggeber selbst die Studie nicht vorab zu sehen bekomme, um den Verdacht auszuräumen, dass die Bistumsspitze vielleicht unangenehme Ergebnisse unterdrücken werde. Die Erwartungen waren also außerordentlich hoch. Doch zwei Tage vor dem geplanten Termin wurde die Pressekonferenz abgesagt. Der Grund: »Ein äußerungsrechtliches Gutachten einer spezialisierten Kanzlei« habe festgestellt, dass die Veröffentlichung der Ergebnisse so abgesichert werden müsse, dass »eine identifizierbare Darstellung der Verantwortlichen« nicht angegriffen werden könne. Man brauche daher noch Zeit, weswegen die Veröffentlichung verschoben werde.

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