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Die letzte Reserve

Gewinnt die evangelische Kirche mehr Pfarrerinnen und Pfarrer, wenn sie Quereinsteiger anspricht und ihnen ein erleichtertes Weiterbildungsstudium anbietet?
von Viola Rüdele vom 29.09.2020
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Auf schnellstem Weg ins Pfarramt? Quereinsteiger studieren drei Jahre lang berufsbegleitend Theologie (Foto: epd/Schulze)
Auf schnellstem Weg ins Pfarramt? Quereinsteiger studieren drei Jahre lang berufsbegleitend Theologie (Foto: epd/Schulze)

Mit über vierzig noch mal ganz neu anfangen und den Weg ins Pfarramt gehen? Noch mal drei Jahre lang hinter Buchdeckeln und griechischen Schriftzeichen verschwinden? Bettina Diener und Andrea Brede-Obrock haben diesen Schritt gewagt. Inzwischen ist Brede-Obrock seit acht Jahren Pfarrerin in der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck (EKKW). Die Kirche kennt sie von klein auf, ihre Mutter war Diakonin. Früh engagiert sie sich in der Kinder- und Jugendarbeit, mit 25 Jahren wird sie in den Kirchenvorstand gewählt und engagiert sich als Vorsitzende der Stadtsynode Kassel. Sie wusste, worauf sie sich einlässt. Heute ist Andrea Brede-Obrock sechzig und kann auf eine bewegte Berufslaufbahn blicken. Sie hat als Juristin gearbeitet, zeitweise in Teilzeit, um sich um ihre drei Kinder zu kümmern. Als ihr tauber Sohn mit elf Jahren ein Implantat bekommt und selbstständiger wird, stellt sie sich die Frage, was sie mit der freiwerdenden Zeit beruflich machen möchte. Für sie war es »folgerichtig«, ihr kirchliches Engagement zu vertiefen und sich berufsbegleitend zur Pfarrerin weiterzubilden, erzählt sie.

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