Theologie
Die Mechanik der Vergebung
Wenn man bereue, bekenne und wiedergutmache, bekomme man seine Sünden vergeben. Diese drei Elemente der Beichte seien doch bekannt unter Katholikinnen und Katholiken, so der Jesuit Hans Zollner kürzlich bei einer Tagung über Missbrauch im Raum der Kirche. Deswegen fragte Zollner, warum es für die Kirche als Institution so schwer sei, »ehrlich zu bereuen, was an Verbrechen geschehen ist, öffentlich zu bekennen und dann entsprechend wiedergutzumachen, soweit es möglich ist«. Für Hans Zollner, Präsident des Zentrums für Kinderschutz an der Gregoriana, geht es darum, die alte Lehre von Schuld und Vergebung angesichts der zahlreichen Missbrauchsfälle konsequent umzusetzen. Die Kirche habe im Prinzip den richtigen theologischen Kompass dafür. Ist das so? Oder ist die Lehre von Sünde und Vergebung ein Teil des Problems, warum Kirche sich schwertut mit einer öffentlichen Anerkenntnis von Schuld und einem angemessenen Ausgleich für die Leiden von Missbrauchsüberlebenden?
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