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Ein Jahr

von Ingeborg Baier
vom 15.03.2021
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Ein Jahr Leben mit Corona

Mein Kopf ist leer,
langsam ausgehöhlt
durch die vielen Einschränkungen.

Corona –
und die Grundrechte sterben,
mehr Angst vor Menschen,
die sich dies ausdenken
und brachial durchsetzen.

Verletzungen,
die mich tagtäglich kränken,
zum Rückzug veranlassen.
Mein Schneckenhaus ist warm
und unangreifbar.

Menschen, selbst liebste Menschen
rücken fern,
unnahbar die Welt,
die einst so selbstverständlich war

und nun angefüllt
mit Existenzängsten und Entbehrungen.
So vieles kaputt – für immer –

Mehr Angst als vor diesem
kleinen gefährlichen Virus,
das überall lauert
mit todbringender Gefahr –

mehr Angst vor den Menschen,
die sich die Macht aneignen
zu zerstören, zu vernichten.

Was Schutz sein sollte, ufert aus.
Vieles nicht mehr erklärbar
und nachvollziehbar.
Lockerungen? Ein Bumerang?

Und hatte doch geglaubt,
bald, gar bald
gäbe es ein Zurück.

Was nun?

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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