Wir alle brauchen Trost
Ein Mantel für den Schmerz
Die Bilder der letzten Tage, die uns aus Israel erreichen, zeigen ein großes Massaker, einen terroristischen Überfall mit genozidalem Charakter. Die Schockwellen der Geschehnisse belegen unsere Emotionen und Gedanken. Sie erreichen uns trotz des territorialen Abstandes. Mit Bangigkeit und Beklemmung erwarten wir weitere Spiralen der Gewaltanwendung und leben mit dem Gefühl, keinerlei Lösung entgegensehen zu können. Ein hohes Maß an Ausweglosigkeit und Ohnmacht prägt die düstere Stimmung, in der wir uns befinden. Um wie viel mehr leiden die unmittelbar Betroffenen vor Ort – die Trauernden und Verzweifelten, die ausgelöschtes Leben beklagen, die Traumatisierten und Verletzten, deren Existenz zutiefst erschüttert wurde. Es ist Irreparables geschehen, in enormem Ausmaß. Es ist die Stunde der Großen Trostlosigkeit angebrochen. Aber wir beobachten auch eindrucksvolle Gesten des Trostes und hoffen, dass seine Quellen nicht versiegen mögen.
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Jean-Pierre Wils lehrt als Philosoph an der Universität in Nijmegen. Sein Buch »Warum wir Trost brauchen« (Hirzel) kann im Publik-Forum-Shop unter der Bestell-Nr. 4497 erworben werden.

