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Kirchenmusik
Frohlocket, ihr Chöre

Im Studium lernen sie liturgisches Orgelspiel und Hymnologie, später sind ihnen gute Jobs sicher. Aber trotzdem will heute kaum noch jemand Kirchenmusiker werden. Ein Besuch an der Hochschule in Herford.
von Judith Bauer vom 01.04.2024
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Kurze, routinierte Probe: der Chor der Studierenden (Foto: Judith Bauer)
Kurze, routinierte Probe: der Chor der Studierenden (Foto: Judith Bauer)

Leon Kleemeier steht im Licht der Mittagssonne neben dem Flügel, den Kopf leicht nach oben gereckt, ein schmaler junger Mann Anfang 20. Ein bisschen blass sieht er aus, vielleicht liegt das an der Nervosität vor der Generalprobe. Doch dann singt er die ersten Verse und sofort füllt sich die Aula mit der Melancholie von Schuberts Winterreise. »Der du so lustig rauschtest, du heller, wilder Fluss«, singt Leon mit kräftigem Bariton. Seine Gesangslehrerin steht ein paar Meter entfernt und formt jedes Wort mit den Lippen mit, bewegt sich mit der Musik, als würde sie selbst singen. »Lassen Sie die Nachsilben nicht so wegfallen«, sagt sie freundlich, als er sich nach einem Textstolperer unterbricht. Er setzt noch mal an und singt das ganze Stück, begleitet von seinem Kommilitonen am Flügel.

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