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Terror in Nigeria
»Gott mag keine Armen«

Immer wieder wird Nigeria von religiös aufgeladener Gewalt heimgesucht. Doch es ist zu einfach, nur die Religionsgemeinschaften dafür verantwortlich zu machen. Einblicke in die religiöse Topographie des Landes.
von Heinrich Bergstresser vom 12.06.2022
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Stolz auf den großen Zulauf: Sonntags in der Winner’s Chapel (Foto: pa / Reuters /Akintunde Akinleye)
Stolz auf den großen Zulauf: Sonntags in der Winner’s Chapel (Foto: pa / Reuters /Akintunde Akinleye)

Fanatisierte junge Muslime lynchen Deborah Samuel Yakubu, eine Christin, die am Shehu Shagari College in Sokoto studierte, der nordwestlichen Regionalhauptstadt Nigerias. In Owo, im Südwesten des Landes, dringen mit Sprengstoff und Maschinengewehren bewaffnete Mörder am Pfingstsonntag in die katholische St. Francis-Kirche ein und schießen wahllos auf Gläubige. Die genaue Zahl der Opfer stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, man spricht von mindestens 50 Toten. Diese zutiefst verstörenden Nachrichten scheinen alle Vorurteile zu Nigeria zu bestätigen: Muslime verfolgen systematisch Christen; der »Islamic State West Africa Province« schickt sich an, den Staat zu überrollen. Doch oft spielt die Religion bei der Gewalt im Land nur eine untergeordnete Rolle. Häufiger sind Bandenkämpfe die Ursache, gepaart mit ethnisch gefärbten Macht- und Verteilungskämpfen, und die grassierende »normale« Schwerkriminalität.

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Schlagwörter: Christen Islam Muslime Nigeria
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