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Klagemauer
Jerusalemer Abt soll sein Kreuz verdecken

Provokation oder nicht? Religiöse Symbole sind nicht harmlos, wie ein Vorfall an der Jerusalemer Klagemauer zeigt.
vom 01.08.2023
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Mit »wirklich großem« Kreuz: Benediktiner-Abt Nikodemus Schnabel (KNA/Andrea Krogmann)
Mit »wirklich großem« Kreuz: Benediktiner-Abt Nikodemus Schnabel (KNA/Andrea Krogmann)

Der Benediktiner-Abt Nikodemus Schnabel ist an der Klagemauer in Jerusalem von einer Ordnerin aufgefordert worden, sein Brustkreuz zu verdecken. Schnabel, der seit einigen Monaten der deutschsprachigen Dormitio-Abtei in Jerusalem vorsteht, kam während einer Stadttour mit der deutschen Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger an der Klagemauer vorbei und wurde dort von der Frau angesprochen. Die Mitarbeiterin der Western Wall Heritage Foundation, die für die jüdische Gebetsstätte zuständig ist, sprach den Abt an: Das Kreuz sei »wirklich groß« und »unangemessen für diesen Ort«, sagte sie, wie auf einem Video zu hören ist. Auf ihre Bitte, das Kreuz zu verdecken, ging der Abt nicht ein. Das Kreuz sei keine Provokation, sondern Teil seiner Kleidung als Abt. Die Frau insistierte, doch Schnabel weigerte sich weiterhin und verließ mit der Ministerin den Platz vor der Klagemauer.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 15/2023 vom 04.08.2023, Seite 39
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Später sagte Schnabel gegenüber dem Domradio, das Verhalten der Frau sei »absolut unangemessen« und sprach von der Befürchtung, dass das jüdische Viertel für Christen eine »No-go-Area« würde. Er würde sich nicht »in voller Montur« unter jüdische Beter stellen, das könne provozieren. Im Gebetsbereich habe er sich aber nicht befunden. Er sprach auch von Kirchenschändungen und davon, angespuckt worden zu sein. Die Christen warteten schon lange darauf, dass die Politik auf die Übergriffe reagiere. Doch es werde »aktiv weggeschaut«. Die Western Wall Heritage Foundation hat sich inzwischen für den Vorfall entschuldigt.

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