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Gottesfragen
Liebessehnsucht

Der Theologe Joachim Negel beantwortet Fragen unserer Leserinnen und Leser. Diesmal geht es um die jungfräuliche Empfängnis und die Geburt Jesu.
vom 11.12.2022
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 Da trat der Engel bei ihr ein: Leonardo Da Vincis berühmtes Gemälde von der Verkündigung (Foto: via Wikipedia/Uffizien)
Da trat der Engel bei ihr ein: Leonardo Da Vincis berühmtes Gemälde von der Verkündigung (Foto: via Wikipedia/Uffizien)

Unser Leser Siegfried Weichlein ist nicht der einzige, der sich fragt, was man mit der mythischen Rede von der Jungfrauengeburt heute noch anfangen kann.

Die Jungfrauengeburt. Ist sie nicht der ultimative Beweis, dass der christliche Glaube von vorgestern ist? »Was soll dieser verquere Mythos? Göttlicher Same aus Himmelshöhen? Das ist doch wieder mal die Sexualfeindlichkeit der Kirche! Ich hab’ keine Lust auf Märchenstunde.« In der Tat: Wenn die Geschichten von der wunderbaren Zeugung Jesu und seiner noch wunderbareren Geburt im Stall zu Bethlehem sich in mirakulöser Gynäkologie erschöpften, könnte man sie getrost beiseitelegen. Aber erschöpfen sie sich darin? – Gewiss, die Frömmigkeitsgeschichte hat absurde Blüten getrieben. Sie hat zu archaischen Zumutungen geführt, die theologisch sinnlos sind. Aber es müsste uns zu denken geben, dass die Marienfrömmigkeit, obwohl es für sie neutestamentlich kaum Anhaltspunkte gibt, sich in relativ kurzer Zeit einen festen Platz im Frömmigkeitsleben der Christen erobert hat. Warum?

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Schlagwörter: Gottesfragen Liebe
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