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Äthiopien
Massaker vor der Bundeslade

Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed erhielt 2019 den Friedensnobelpreis, heute führt er in der Region Tigray Krieg. Äthiopische Kirchen schlagen Alarm. Auch für sie ist die Lage katastrophal.
von Dietmar Winkler vom 22.06.2021
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Äthiopien: Eine junge Frau vor einem Massengrab an der Kirche von Mai Kadra (Foto: PA/Reuters/Baz Ratner)
Äthiopien: Eine junge Frau vor einem Massengrab an der Kirche von Mai Kadra (Foto: PA/Reuters/Baz Ratner)

Unabhängige Informationen aus der äthiopischen Krisenregion Tigray sind kaum zu bekommen. Aber wenn nur ein Bruchteil von den Berichten bestätigt werden kann, ist die Region Schauplatz einer humanitären Katastrophe unfassbaren Ausmaßes. Wie konnte es in dem aufstrebenden ostafrikanischen Land dazu kommen? Hätte der Friedensnobelpreis für Ministerpräsident Abiy Ahmed nicht Ansporn sein sollen, nach der geglückten Beendigung des Grenzkonflikts zwischen Äthiopien und Eritrea den Weg des Friedens weiterzugehen? Abiy Ahmed trat als großer Hoffnungsträger sein Amt an. Im Rekordtempo vollzog er Reformen: Politische Gefangene wurden freigelassen, die Macht des Militärs beschnitten, die Regierung umstrukturiert. Auch die seit dem Ende des stalinistischen Mengistu-Regimes (1975-1991) bestehende Spaltung der äthiopisch-orthodoxen Kirche wurde durch seine Initiative überwunden. Abiy setzte überdies eine nationale Kommission für Versöhnung ein, die helfen sollte, ethnische Konflikte und die innenpolitischen Folgen des Konflikts mit Eritrea zu überwinden. Mit deren Leitung betraute er den katholischen Erzbischof von Addis Abeba, Kardinal Berhaneyesus Souraphiel.

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Schlagwörter: Äthiopien Kirche Massaker
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