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Publik-Forum Dossier: Die Entscheidung

719 Jahre hat es so etwas nicht gegeben: Als Benedikt XVI. am 11. Februar seinen Rücktritt ankündigte, schrieb er damit Kirchengeschichte. Kaum je ein Papst vor ihm hatte einen solchen Schritt gewagt. Wer wird auf Benedikt folgen? Und was muss sich in der römisch-katholischen Kirche ändern? Das Publik-Forum Dossier »Die Entscheidung« gibt Antworten auf offene Fragen – und denkt nach über den »Papst 3.0«
von Britta Baas vom 21.02.2013
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Ein Blitz trifft den Petersdom am 11.02.2013: Genau an dem Tag, an dem Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt ankündigte. Hatte sich nicht nur der Papst zu einem spektakulären Schritt entschieden, sondern auch Gott? (Foto: pa/Di Meo)
Ein Blitz trifft den Petersdom am 11.02.2013: Genau an dem Tag, an dem Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt ankündigte. Hatte sich nicht nur der Papst zu einem spektakulären Schritt entschieden, sondern auch Gott? (Foto: pa/Di Meo)

Braucht die Welt einen Papst? Oder kann sie sehr gut ohne ihn auskommen? Die Rücktritts-Ankündigung von Papst Benedikt XVI. kam an einem Rosenmontag. Viele dachten zuerst an einen Scherz. Ein Papst tritt nicht zurück! Undenkbar! So etwas konnten sich nur pfiffige Karnevalisten ausgedacht haben. Noch am Abend dieses Tages sprachen Passanten in Köln und Düsseldorf, in Mainz und Freiburg ungläubige Kommentare in Fernsehkameras.

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Doch über Stunden wurde es langsam zur Gewissheit: Benedikt hatte wirklich beschlossen, einen Schlussstrich unter acht Jahre einer geistlichen Herrschaft zu ziehen, die für Kirchenreformer zum Prüfstein geworden war: Sollten sie noch in dieser Kirche bleiben, oder sollten sie sie verlassen? Mit diesem Papst schien auch nicht ein Millimeter an Reformarbeit möglich. Und sein Pontifikat schien ewig zu dauern.

Der Vatikan begann unter ihm zu versteinern. Nichts mehr an Neuem, an Überraschendem und Lebendigem drang nach außen. Wer an Benedikt dachte, dachte an Jesus-Bücher mit einer vorkonziliaren Theologie, dachte an Vatileaks – und fürchtete sich vor dem nächsten Fettnäpfchen, in das dieser Mann auf dem internationalen Parkett ganz sicher bald treten würde.

Die europäischen Katholiken, die doch eigentlich einen der Ihren auf dem Stuhl Petri wähnten, mussten feststellen, dass der Papst zwar gern über Glaube und Vernunft, über Philosophie und Theologie sprach, jedoch die europäische Aufklärung nicht in seiner Kirche umsetzen wollte. Dort blieben Menschenrechte, Gleichberechtigung und die Freiheit des Christen eine ferne Utopie.

Wird sich das unter einem neuen Papst ändern? Oder ist das Amt selbst bereits so versteinert, dass niemand es zum Leben erwecken kann? Braucht die Welt überhaupt einen Papst? Und wenn ja, welchen? Das Publik-Forum Dossier »Die Entscheidung« fragt nach einem neuen »Papst 3.0«, erinnert sich an einen zerbrechlichen Benedikt, analysiert die Theologie dieses Petrus-Nachfolgers, um daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen – und steigt für Sie ins Karussell um Namen, Lager und Intrigen, um Anhaltspunkte zu finden, wer der neue Pontifex werden könnte. Außerdem kommen eine ganze Reihe Menschen zu Wort, die sagen, welchen Papst sie sich persönlich wünschen.

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