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Liederdichter
Sich Gott überlassen

An Weihnachten Vor 400 Jahren wurde der Dichter Angelus Silesius geboren. Er schuf eine konfessionsübergreifende Mystik. Annäherungen an einen Fremden.
von Louis Berger vom 25.12.2024
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Wollte für die Wahrheit streiten: Angelus Silesius (1624-1677). (Foto: pa/akg-images)
Wollte für die Wahrheit streiten: Angelus Silesius (1624-1677). (Foto: pa/akg-images)

Mir nach, spricht Christus, unser Held: Dieses Lied erfreut sich sowohl unter Katholiken als auch unter Protestanten großer Beliebtheit. Trotz des heute eher befremdlich wirkenden Aufrufs: »Verleugnet euch, verlasst die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle.« Im katholischen Gotteslob (GL) ist es unter der Nummer 461, im Evangelischen Gesangbuch (EG) unter der Nummer 385 zu finden. Den Text des Liedes hat der schlesische Dichter und Mystiker Johannes Scheffler (1624-1677) geschrieben, der heute besser unter seinem Beinamen Angelus Silesius bekannt ist. Es erschien zum ersten Mal 1668 im fünften, später ergänzten Buch seiner Gedichtsammlung »Heilige Seelen-Lust« von 1657. Diese brachte mit »Ich will dich lieben, meine Stärke« (GL 358 und EG 400) sogar noch einen weiteren Klassiker der geistlichen Lieddichtung hervor. Während der Dichter dort aber in der Tradition der christlichen Schäferdichtung die zärtliche Liebe besingt, fordert er in »Mir nach« selbstbewusst zur Kreuzesnachfolge auf.

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