Albrecht Dürer
Untergang durch Gier
Ein Bild von ungeheurer Wucht und Dynamik. Vier Reiter fegen mit donnerndem Hufschlag über die Erde, die Menschen vor ihnen niedertrampelnd und die Hölle hinter sich herziehend. Apocalypse now! So mag man sich um 1500 das nahe Weltende vorgestellt haben. Albrecht Dürer, dessen Geburtstag sich am 21. Mai zum 550. Mal jährt, hat mit diesem Holzschnitt und 14 weiteren ab 1496 das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung des Johannes, kommentiert. Es begründete den Ruhm des Malers. Als »fantastischen Realismus« hat man seine Darstellungskunst bezeichnet – und tatsächlich: Die Fantasiegestalt des Todes und der Höllenrachen am linken Bildrand verbinden sich mit den lebensechten Reitern und Pferden zu einem eindrucksvollen Ganzen. Die Visionen des Johannes vom Strafgericht Gottes und vom himmlischen Jerusalem nehmen in diesen Holzschnitten reale Gestalt an.
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Martin Hoffmann, geboren 1957, ist Professor für Systematische Theologie an der Universidad Bíblica Latinoamericana in Costa Rica, früher Rektor des Predigerseminars Nürnberg.

