Von Wunschkindern und Leihmüttern
Bestellt und nicht abgeholt. So liegen hundert Babys nebeneinander in Plastikbettchen in einem Hotel in Kiew. Die Corona-Pandemie hat verhindert, dass die Babys von ihren Auftragseltern, die über den ganzen Globus verteilt sind, abgeholt werden. Geboren wurden die Kinder von Leihmüttern in der Ukraine, die dafür etwa 17 000 Euro erhalten. Leihmutterschaft ist unter anderem in manchen Bundesstaaten der USA, in Georgien, Ukraine, Griechenland oder Israel legal. Eizellenspende ist es unter anderem in Polen, Tschechien, Spanien, Russland, Österreich und den meisten skandinavischen Ländern. Manchmal werden diese reproduktiven Dienste als altruistische Spenden deklariert, um den kommerziellen Aspekt herunterzuspielen. Trotzdem gehen sie mit finanziellen Entschädigungen einher, die für die Eizellenspenderinnen und Leihmütter oft die wichtigste Motivation sind.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Antje Schrupp, geboren 1964, ist evangelische Theologin, Journalistin und Politikwissenschaftlerin. Sie lebt in Frankfurt am Main. Autorin des Buches »Schwangerwerdenkönnen. Essay über Körper, Geschlecht und Politik«. Ulrike Helmer Verlag 2019.

