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Was im Advent wichtig ist

Norbert Copray über zwei Bücher des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm: Der Bischof fordert die Christen dazu auf, die Leiden der Flüchtenden nachzuempfinden und sich nicht abzuwenden. Die Publik-Forum-Bücher des Monats
von Norbert Copray vom 09.12.2016
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Alles ändert sich: Für manche Menschen ist das eine erschreckende Vorstellung, für andere eine - im besten Sinne weihnachtliche - Rettung.
Alles ändert sich: Für manche Menschen ist das eine erschreckende Vorstellung, für andere eine - im besten Sinne weihnachtliche - Rettung.

Die beiden Bücher von Heinrich Bedford-Strohm, dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sollte man als ein Werk wahrnehmen. Denn sie hängen innerlich zusammen und ergänzen sich. Unter dem Titel »Alles ändert sich« stimmt uns Bedford-Strohm auf den Advent ein, bedenkt »die Welt im Licht von Weihnachten« und lässt das Thema des zweiten Buches – Mitgefühl – bereits anklingen. Unter diesem Leitgedanken widmet er sich im zweiten Buch der Herausforderung durch Flüchtlinge und Fluchtursachen.

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Das schön gestaltete Advents- und Weihnachtsbüchlein enthält Predigten der letzten Jahre. Es verbindet biblische Sentenzen und Texte miteinander. So wird deutlich, wie das Kommen Gottes in die Welt den Menschen erschüttern kann, wenn wir uns für Advent und Weihnachten öffnen. Das »Mitgefühl«-Büchlein dagegen hat das Zeug zu einem Manifest. Klar und deutlich markiert der bayerische Landesbischof die Begründungen und die Praxis einer christlichen Haltung gegenüber Flüchtlingen. Sehen, Urteilen und Handeln! Er formuliert so, dass Nichtchristen dabei nicht ausgeschlossen werden und allen Agitatoren eine Absage erteilt wird, die sich aus vermeintlichen christlichen Gründen der Hilfe und dem Entgegenkommen verweigern.

Beford-Strohm fordert Eine-Welt-Verträglichkeitsprüfung

Im Adventsbüchlein »Alles ändert sich« klingen diese Themen auch schon prophetisch an, aber im Predigt-, Meditations- und Besinnungsstil. Bedford-Strohm würdigt die Advents- und Weihnachtsstimmung, weiß die biblischen Texte für die Gegenwart zu erhellen. Es geht um eine Festzeit, um aus »der Verkrümmung in sich selbst« (Martin Luther) befreit zu werden und so eine Perspektive für sich selbst und für die Gesellschaft zu gewinnen.

Zentral in seinem Plädoyer für »Mitgefühl« ist der biblische Satz: »Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.« Zur Orientierung dient ihm »schlicht und einfach Empathie«. Ein Mitgefühl, das das Leid der Flüchtlinge »zum eigenen Leid werden lässt«. Bedford-Strohm nennt dies eine »Ethik der Einfühlung«, bestehend aus dem christlichen Liebesgebot und der Goldenen Regel, die durch Jesus miteinander verzahnt sind. Wer den Schutz des »christlichen Abendlandes« durch Hetze gegen Menschen betreibt, in denen uns Christus als Fremdling begegnet, kann nicht christlich sein.

Dass sich die Kirchen folgerichtig politisch einmischen, »wird auch niemanden überraschen«. Bedford-Strohm fordert ein »modernes Zuwanderungs-Konzept«. Alle Regierungsbeschlüsse sollten einer »Eine-Welt-Verträglichkeitsprüfung« unterzogen werden. Wichtig ist ihm eine »menschenrechtliche Leitkultur«, die Humanität und Menschenwürde keine Grenzen setzt. Er ist gegen eine »Re-Nationalisierung« Europas, die Nichtchristen ausschließt. Advent und Weihnachten sind Anlässe, sich mit diesen Büchern auf das Festgeheimnis zu besinnen.

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Schlagwörter: Advent Flüchtlinge
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