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Holocaust-Überlebende
»Ich hatte viele Mütter«

Ingelore Prochnow (80) wurde im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück geboren und nach dem Krieg adoptiert. Erst spät begann sie, ihre Geschichte zu rekonstruieren.
von Knut Henkel vom 21.01.2025
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Geboren im KZ: Ingelore Prochnow. (Foto: Knut Henkel)
Geboren im KZ: Ingelore Prochnow. (Foto: Knut Henkel)

Das erste Mal war ich im Jahr 1990 an meinem Geburtsort: Ravensbrück. Der Ort steht damals wie heute in meinem Ausweis, allerdings hatte ich dem nie große Bedeutung beigemessen. Erst als uns ein DDR-Volkspolizist mit prüfendem Blick auf der Fahrt nach Berlin musterte und mich mein Mann Klaus darauf hinwies, dass es in Ravensbrück das größte Konzentrationslager für Frauen gegeben hatte, kam ich ins Grübeln. Das war Ende der 1960er-Jahre. Damals konnte ich mir schlicht nicht vorstellen, dass an einem solchen Ort Kinder geboren worden waren. Immerhin warf ich einen ersten Blick in den Atlas und registrierte, dass es schon damals eine Gedenkstätte gab.

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